Zinn

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Zinn ist ein Material, dass die Menschheit bereits seit über 5000 Jahren begleitet. Das relativ weiche Schwermetall lässt sich leicht verarbeiten, insbesondere Gießen, da es einen sehr niedrigen Schmelzpunkt hat. Seit dem Mittelalter gibt es auch den Beruf ?Zinngießer?, der verschiedenste Gefäße für den alltäglichen Gebrauch als auch für besondere Anlässe aus dem kostbaren Metall herstellen konnte. Auch Orgelpfeifen werden bis heute aus Zinn gemacht. Besonders kunstvolle Zinnobjekte entstanden während des Jugendstils. Das Metall mit seiner weichen Erscheinung und seiner zurückhaltenden Färbung bot sich hervorragend für die weichen, naturnahen Formen der damaligen Zeit. Besondere Berühmtheit erlangten die Produkte der Firma von Johann Peter (J. P.) Kayser. Die Bezeichnung ?Keyserzinn? steht bis heute für hervorragende technische Bearbeitung auf höchstem künstlerischem Niveau und lässt die Herzen vieler Sammler höher schlagen. Zinn ist ein sehr ?lebendiges? Material: es schreit: Beim Verbiegen des relativ weichen Zinns, beispielsweise von Zinnstangen, tritt ein charakteristisches Geräusch auf, das Zinngeschrei (auch Zinnschrei) genannt wird. Unter 13,2 °C wird Zinn ?krank? und bekommt die so genannte ?Zinnpest?, die ein langsames Zersetzen der Zinngegenstände bewirkt. Sie bilden Bläschen und Flecken, die zum Zinnpulver zerfallen. Diese ist jedoch weder für Menschen noch für andere Metalle ansteckend! Daher sollte Zinn niemals in kalten Räumen aufbewahrt werden, da Sie eines Tages an Stelle der schönen Objekte ein Häufchen weißgrauen Pulvers vorfinden könnten! Was soll man noch bei Zinn beachten? Durch seine geringe Härte lässt es sich mit dem Fingernagel anritzen, daher sollte man beim Essen von Zinntellern beachten, dass Messer und Gabel bestimmt darauf Spuren hinterlassen werden! Solche Spuren auf gebrauchtem Zinngeschirr aus dem Mittelalter und der Neuzeit erzählen ganze Geschichten! Manchmal wurde darauf mit einem scharfen Messer sogar ein ganzer Spruch verewigt! Eng verbunden mit Zinn ist Zinnkraut, wie Acker-Schachtelhalm einst genannt wurde. Diese Pflanze wurde gern als Reinigungsmittel für Gegenstände aus Zinn verwendet, woraus sich dieser volkstümliche Name ableitet. Dabei wirkten die darin enthaltenen Kieselsäurekristalle als Putzkörper.